Dortmund holt ersten Titel

BVB holt ersten Titel der Saison

Der BVB gewinnt den Supercup gegen den FC Bayern. Mkhitaryan und „Spiderman“ Aubameyang sind die Helden. Eine Verletzung schockt die Bayern.

Pierre-Emerick Aubameyang (M.) spielt seit vergangener Saison für den BVB. ZUM DURCHKLICKEN: Die Bilder des Supercups
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Aus Dortmund berichtet Holger Luhmann

Dortmund – Borussia Dortmund hat wie im Vorjahr den Supercup gegen den FC Bayern gewonnen und sich mit dem fünften Erfolg zum alleinigen Rekordgewinner des Wettbewerbs aufgeschwungen.

Im Prestigeduell verwies der BVB den Doublegewinner und Erzrivalen aus München mit 2:0 (1:0) in die Schranken.

Henrikh Mkhitaryan in der 23. Minute und Pierre-Emerick Aubameyang in der 62. Minute erzielten die Treffer für die Borussia und ließen die Mehrzahl der Zuschauer im mit 80.667 Zuschauern ausverkauften Signal Iduna Park jubeln.

Schmerzhaft für die Bayern ist zudem der Ausfall von Javier Martinez (DIASHOW: Die Pressestimmen zum Supercup).

Der Spanier musste in der 31. Minute mit Verdacht auf Kreuzbandriss im linken Knie ausgewechselt werden. Mit schmerzverzerrtem Gesicht und dick bandagiertem Knie wurde Martinez in die Kabine getragen. Sollten sich die Befürchtungen bestätigen, würde Martinez mindestens ein halbes Jahr ausfallen (DIASHOW: Die Bilder zum Supercup).

Kein Gradmesser für die Saison

Unterdessen können sich die Dortmunder einmal mehr über den ersten Titel der Saison freuen.

Dass der Gewinn des 53 Zentimeter hohen Wanderpokals aber kein Gradmesser für die Saison ist, hat die vergangene Spielzeit gezeigt.

Damals starteten die Bayern nach dem 2:4 in Dortmund und der ersten Pflichtspiel-Pleite von Trainer Pep Guardiola ihre imposante Siegesserie in der Bundesliga, die schließlich in der Turbo-Meisterschaft endete.

Entsprechend gelassen nahm der Kapitän die Niederlage zur Kenntnis: „Es dauert ein paar Spiele bis man wieder im Rhythmus ist. Man kann das ja nicht simulieren, man kann die Basis schaffen, aber dann braucht man immer drei, vier Spiele bis man wieder bei hundert Prozent ist“, sagte Philipp Lahm beim „ZDF“ (BERICHT: Die Stimmen zum Spiel).

Erste Chance durch Shaqiri

Beide Mannschaften begannen äußerst engagiert.

Die erste Chance hatte Xherdan Shaqiri bereits in der 3. Minute. Nach einem Stellungsfehler von Lukasz Piszczek scheiterte der Schweizer an Mitchell Langerak im Dortmunder Tor. Im Anschluss übernahm der BVB aber mehr und mehr das Kommando.

In der 10. Minute deutete der italienische Neuzugang Ciro Immobile erstmals seine Torgefahr an. Sein Distanzschuss verfehlte das Tor ganz knapp.

Auf der Gegenseite war Robert Lewandowski bei seiner Rückkehr ins einstige Wohnzimmer insbesondere bei Sokratis weitgehend abgemeldet. Unmittelbar nach dem Seitenwechsel scheiterte der Pole an Langerak.

„Wir wollten gewinnen, aber Dortmund war heute besser als wir“, meinte Lewandowski im Gespräch mit dem „ZDF“. „Wir wollen jetzt das nächste Spiel im Pokal gewinnen. Ich hoffe, dass das viel, viel besser wird.“

Neuer gefordert

Nach einer knappen Viertelstunde wurde in Dortmund statt den Bayern die Borussia immer stärker.

Fußballer des Jahres Manuel Neuer musste phasenweise Schüsse im Sekundentakt entschärfen.

Gegen Oliver Kirch (17.), Pierre-Emerick Aubameyang (26.), Sebastian Kehl (41.) und Jonas Hofmann (43.) war Neuer auf der Höhe. Gegen Mkhitaryan war er allerdings machtlos.

Nach fulminantem Antritt und gutem Zusammenspiel mit Aubameyang drosch der Armenier den Ball aus zwölf Metern ins Netz.

Bayern mit Problemen

Die Bayern hatten vor allem erhebliche Probleme, das Spiel zu kontrollieren – eingentlich eine ihrer Stärken (DIASHOW: Dortmund gegen Bayern in der Einzelkritik).

Vom häufig nahezu perfekten Tiki-Taka der vergangenen Saison war nichts zu sehen. Der technisch versierte Youngster Gianluca Gaudino wirkte ndoch sehr unerfahren.

Möglicherweise könnten auf die Bayern im Mittelfeld durch den Weggang von Toni Kroos zu Real Madrid und dem noch längeren Ausfall von Thiago erhebliche Probleme zukommen.

Aubameyang jubelt als Spiderman

Auch nach dem Seitenwechsel blieb der BVB die bessere Mannschaft. Aubameyang sorgte mit seinem Kopfball für die Entscheidung.

Im Anschluss zeigte der pfeilschnelle Gabuner einen originellen Torjubel, indem er sich eine Spiderman-Kapuze überzog. Der Supercup stand allerdings auch noch unter den Nachwirkungen der WM in Brasilien.

Einige der insgesamt 14 WM-Teilnehmer auf beiden Seiten waren erst vor wenigen Tagen ins Training eingestiegen.

Von den Dortmunder Weltmeistern stand lediglich Neuzugang Matthias Ginter in der Startelf. Der neue Kapitän Mats Hummels fehlte ebenso im Kader wie Torhüter Roman Weidenfeller.

Weltmeister-Trio von Anfang an

Guardiola brachte mit Neuer, Jerome Boateng und Thomas Müller immerhin ein Weltmeister-Trio von Beginn an. Dagegen fehlten die angeschlagenen Bastian Schweinsteiger, Franck Ribery und Rafinha.

In der Abwehr vertraute Guardiola wie schon im Testspiel auf der USA-Reise einer Dreierkette.

Das Defensivtrio bildeten zunächst Boateng, Martinez und David Alaba. Dante ersetzte den verletzten Martinez.

Watzke legt nach

Vor der Begegnung hatte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke im Streit mit den Bayern-Verantwortlichen nachgelegt.

„Es war lange Zeit professionell und sachlich. Mittlerweile glaube ich, dass wir kein Verhältnis mehr haben“, zitierte die „Sport-Bild“ Watzke.

Daran könne sich auch nichts ändern, wenn die Bayern einen Schritt auf den BVB zukommen. „Ich lege auf Pseudo-Schritte keinen Wert bei jemandem, der sich so verhält“, meinte Watzke und begründete seinen Unmut: „Es kann nicht sein, dass man sich über vermeintliche Vertragsinhalte von Angestellten eines konkurrierenden Unternehmens in der Öffentlichkeit äußert.“

Klopp lobt Abwehrarbeit

Der Streit war einmal mehr ausgebrochen, nachdem Münchens Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge die vermeintlich festgeschriebene Ablösesumme von Marco Reus öffentlich ausgeplaudert hatte.

Im Vorjahr hatte Reus zwei Tore beim 4:2-Sieg erzielt. Diesmal fehlte er wegen seiner Verletzung, die er sich vor der WM zugezogen hatte. Doch der BVB konnte auch ohne ihn seinen Vorjahreserfolg wiederholen.

Ganz zur Freude des Trainers. „Wir haben da einfach schlecht verteidigt und das haben wir heute dramatisch besser gemacht“, sagte Klopp mit Blick auf die jüngste Testspielniederlage gegen den FC Liverpool.

„Von den Torchancen der Bayern waren vielleicht zwei, drei herausgespielte mit dabei. Viele waren es nicht. Wir haben das als Mannschaft heute ganz, ganz toll verteidigt“, meinte der 47-Jährige weiter. „Aber es ging heute um den Supercup. Den haben wir gewonnen und das finde ich cool.“

Jürgen Klopp jubelt nach dem Spiel:

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