England – Italien = 1 : 2 Balotelli schockt England

Balotelli schockt England

Mario Balotelli beschert Italien den verdienten Sieg, die „Three Lions“ erleiden trotz guter Leistung einen Fehlstart.

Mario Balotelli ist zur rechten Zeit am rechten Ort und hält das Köpfchen hin
(Copyright: getty)

Manaus – Der viermalige Weltmeister Italien ist auf dem besten Wege, seine Schmach von Südafrika vergessen zu machen.

Dank Mario Balotelli gelang der Squadra Azurra zum Auftakt der Endrunde in Brasilien ein 2:1 (1:0)-Sieg gegen England in der Gruppe D. Bei der WM vor vier Jahren war der damalige Titelträger bereits in der Vorrunde ausgeschieden.

Balotelli erzielte beim ersten „Dschungel-Kick“ in der Arena Amazonia in Manaus den Siegtreffer (50.) und zeigte sich hinterher sehr zufrieden: „Ich freue mich sehr, ich bin sehr glücklich. Es ist ein unglaubliches Gefühl, bei der WM so etwas zu machen. Ich widme das Tor meiner zukünftigen Ehefrau und meiner Familie.“

England dicht vor dem Ausgleich

England, bei der WM 2010 im Achtelfinale an Deutschland gescheitert, war dem erneuten Ausgleich danach mehrfach nahe – steht nun aber im zweiten Gruppenspiel am Donnerstag in Sao Paulo schon vor einer Art „Endspiel“: Gegner ist dann Uruguay, zum Auftakt von Außenseiter Costa Rica mit 3:1 besiegt (DATENCENTER: Der Spielplan der WM 2014).

Italien war vor 39.800 Zuschauern in der nicht voll besetzten Arena zunächst ein wenig überraschend in Führung gegangen. Claudio Marchisio traf für die überlegenen, bis dahin aber meist ideenlosen Azzurri mit einem Flachschuss aus 18 Metern, die flinken und sehr frechen Three Lions glichen nahezu postwendend durch Daniel Sturridge zum Halbzeitstand von 1:1 aus (37.).

Der Angreifer vom FC Liverpool hielt den Fuß in eine Flanke des ansonsten blassen Wayne Rooney.

Englands Physiotherapeut verletzt sich

Der Treffer hatte jedoch schmerzhafte Folgen: Englands Physiotherapeut Gary Lewin feierte derart ausgelassen über den zwischenzeitlichen Ausgleich seiner Mannschaft, dass er sich dabei prompt verletzte.

Mit einer Trage wurde der Betreuer aus dem Stadion gebracht und mit Verdacht auf Knöchelbruch in einer Krankenhaus gefahren. Wenig später kam dann zumindest diesbezüglich die Entwarnung. Eine Operation bleibt Lewin wohl erspart.

„Gary hat sich das Fußgelenk ausgerenkt. Es war unglaublich schmerzhaft und ein trauriger Moment“, sagte Englands Teammanager Roy Hogdson. Für Lewin ist die WM beendet. Ein anderer Physiotherapeut springt für ihn ein.

Jagielka rettet auf der Linie

Italien hätte zur Pause dennoch führen können. Doch ein Lupfer von Balotelli, als einzige Sturmspitze aufgeboten, wurde von Phil Jagielka per Kopf noch von der Linie geholt.

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Sekunden später rettete die Engländer der Pfosten bei einem Schuss von Antonio Candreva (beide 45.+2), der eine Art hängende Spitze spielte und die Vorlage zum 2:1 gab.

Bei 30 Grad und 61 Prozent Luftfeuchtigkeit zu Spielbeginn um 18. 00 Uhr Ortszeit hatte der englische Coach Roy Hodgson mit einer Überraschung aufgewartet.

Sterling ohne Lampenfieber

In der Startelf stand Raheem Sterling, 19 Jahre alt, Offensivspieler vom FC Liverpool. Es war eine gute Idee. Der gebürtige Jamaikaner war in seinem fünften Länderspiel ein Aktivposten.

Sterling sorgte auch gleich für den ersten Aufreger, als er aus 22 Metern einfach mal abzog: Der Ball flog ans Außennetz (4.).

Der italienische Torhüter Salvatore Sirigu, der nach dem kurzfristigen Ausfall von Gianluigi Buffon eingesprungen war, flog sich dabei aber schon mal warm – und parierte eine Minute später den Schuss von Jordan Henderon.

Immobile kommt von der Bank

Weil Italien mit Balotelli als einziger Spitze nur einer Spitze antrat, musste der künftige Dortmunder Ciro Immobile erst mal auf der Bank bleiben – in der 73. Minute tauschten dann beide die Plätze.

Und obwohl sie zunächst fast 70 Prozent Ballbesitz hatte und jeder Angriff von Altmeister Andrea Pirlo eingeleitet wurde, war die Squadra Azzurra nur mäßig effektiv – bis zur 35. Minute. Nach der Führung durch Marchisio nahm die Begegnung Fahrt auf, die letzten zehn Minuten vor der Pause waren turbulent, nach Balotellis Treffer ging es munter weiter.

Italien um den umsichtigen Pirlo war nun bemüht, den Ball weiter zu kontrollieren, das Tempo aus dem Spiel zu nehmen und im richtigen Moment zuzuschlagen.

Nach der Pause wurde die Partie immer zäher, die Engländer mühten sich zwar nach Kräften, blieben aber immer wieder in der dicht gestaffelten italienischen Defensive hängen.

Kapitän Steven Gerrard zollte der italienischen Leistung Repekt: „Italien ist eine sehr gute Mannschaft, aber wir wussten, wie sie spielen. Sie haben uns nicht überrascht. Das Ergebnis ist enttäuschend, denn wir haben so viel investiert.“

In der Schlussphase gingen den Spielern beider Teams die Kräfte aus, ihnen bereiteten die äußeren Bedingungen enorme Probleme.

Die ersten Spieler wurden bereits zehn Minuten vor dem Ende von Krämpfen heimgesucht. Altmeister Pirlo sorgte noch für ein Highlight, als er in der Nachspielzeit per Freistoß die Latte traf.

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